
In der Blow-Molding-Anlage sind Materialverwechslungen bei den Preforms keine Theorie – sie zeigen sich in Form von Schrott, ungleichmäßiger Erwärmung sowie Stillständen, die man nicht vorhersehen kann. Die häufig gestellte Frage ist, ob PET-Lampen auf Maschinen von Sidel, Krones, SIPA, Husky, SACMI oder Nissei ASB verwendet werden können. Kurze Antwort: Manchmal – aber nur dann, wenn das Heizsystem so eingestellt ist, dass es den thermischen Eigenschaften von PC-Preforms entspricht und die Spezifikationen der Lampe mit denen des Herstellers übereinstimmen.
Was technisch wichtig ist:
Beim Stretch-Blow-Molding geht es um die Steuerung des Spektrums und der Temperatur – nicht nur um die Leistung in Watt. PET-Preforms werden in der Regel mit Kurzwellen-Emittoren mit einer Wellenlänge von ca. 1,0–1,2 µm erhitzt – dadurch wird schnell eine hohe Temperatur erreicht. PC-Preforms hingegen benötigen ein längeres, besser kontrolliertes Erwärmungsprofil, da PC in diesem Bereich weniger Energie aufnimmt und anders auf Wärme reagiert. Mittelwellen- oder NIR-Emittoren mit einer Wellenlänge von ca. 2,0–3,0 µm ermöglichen eine tiefere Penetration und eine gleichmäßigere Erwärmung – dadurch werden Hotspots und Oberflächenbeschädigungen vermieden.
Wenn man die Emittoren austauscht, muss man auch die Spannung, die Leistung sowie die physischen Eigenschaften wie Länge, Durchmesser und Form des Quarztubes berücksichtigen. Bei vielen Blow-Molding-Maschinen sind die Reflektoren und Abstände zwischen den Heizzonen auf eine bestimmte Emittorgeometrie ausgelegt. Ändert man diese Geometrie, ändert sich auch das Erwärmungsmuster – was wiederum zu Temperaturunterschieden führen kann.
Warum es funktionieren kann (mit Einschränkungen):
Wenn man PC-Preforms auf einer Maschine verarbeiten möchte, die ursprünglich für PET-Preforms konzipiert wurde, kann man temporär PET-Lampen verwenden – aber nur dann, wenn die Heizzonen der Maschine neu eingestellt werden können und das Ausgangsspektrum der Lampe ausreicht, um die erforderliche Temperatur zu erreichen. In der Praxis haben wir gesehen, dass die Temperatur der Preforms mit PET-Lampen nur dann stabil bleibt, wenn die Verweilzeit erhöht wird und die Leistung der Heizzonen reduziert wird, damit die Oberfläche nicht überhitzt.
Echte Vorteile erzielt man nur, wenn die Parameter der Lampe innerhalb der vom Hersteller vorgeschriebenen Grenzen liegen. Wenn man davon abweicht, treten wieder ungleiche Wandstärken, Kristallisierungsprobleme und mehr Ausschussprodukte auf.
Was man vor dem Einsatz überprüfen sollte:
Bevor man PET-Lampen für die Verarbeitung von PC-Preforms verwendet, sollte man zunächst die Kompatibilität der Anschlüsse überprüfen – R7s ist in vielen Maschinen verbreitet. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Länge der Lampe den Reflektoren und Steckdosen ausreichend Platz lässt, ohne dass Überspannungen entstehen. Auch die Stromversorgung sowie die Rückkopplung durch Thermoelemente müssen zum Typ des Emitters passen – andernfalls kommt es zu Unstimmigkeiten bei der Steuerung.
Eine wichtige Einschränkung: PET-Lampen, die in einem Heizfenster für PC-Preforms verwendet werden, können an der Oberfläche heißer werden. Das verkürzt die Lebensdauer der Lampen und erhöht das Risiko einer Dehybridisierung des Quarzes, wenn die Luftzirkulation und Kühlung nicht richtig eingestellt sind. Führen Sie daher einen kontrollierten Test durch, protokollieren Sie die Temperaturwerte in den verschiedenen Bereichen und seien Sie bereit, wieder auf den vom Hersteller vorgeschriebenen Emitter zurückzugreifen, um eine konstante und langfristige Leistung zu gewährleisten.